Fahrphysik

Die Fahrphysik von Inline-Skates ist die Folgende: Dank der Zweibeinigkeit hat man bestimmte Freiheitsgrade, dafür aber bestimmte Nachteile. Die Fahrphysik wird durch Folgendes bestimmt. Die Bremsbarkeit ist beschränkt.

Energieerzeugung

Beinbewegung
Die Bewegung beim Skaten, funktioniert durch die rechtwinkelige Abstoßung von der Fahrlinie des einen Schuhs von dem anderen. Das Abstoßen mit dem einen Bein und das darauf folgende Gleiten auf dem anderen, erhöht das Fahrtempo.
Kniebeugung
Um einen optimalen Skatestep zu machen, bedarf es mehr als reiner Übung. Hier kommt die erste Theorie. Wenn Sie sich dafür näher interessieren gibt es die umfangreiche Fahrtechnik-Seite. Je tiefer man die Knie beugt, umso mehr Power kann man aus der Beinstreckung ziehen.
Körperbewegung
Um die Bewegung der Beine auszubalancieren und die Bewegung in jeder Richtung zu verbessern. Bedarf es der richtigen Körperbewegung. Denn je exakter die Stepps desto mehr Wirkungsgrad für die Geschwindigkeit. Anhand der Eleganz der Skate-Bewegung kann man den Erfahrungsgrad eines Skaters sehr leicht ablesen. Mit Abweichungen von einem sauberen symmetrischen Idealstil ist immer ein Energieverlust verbunden.
Armbewegung
Beim Spazierengehen bewegt man automatisch seine Arme in Gegenschrittrichtung. Das balanciert ein wenig aus, außerdem müssen die Arme ja nicht hängen. Beim Inline-Skaten ist die Armbewegung weitaus wichtiger. Neben der besseren Balance, die Einsteiger auf 8 Rollen sehr gut gebrauchen können, kann man mit einer guten Armbewegung ein wenig mehr Speed herausbalancieren und sogar noch größere Schritte erreichen.

Energieformen

Um komplexe Berechnungen zu machen, kennt die Physik mehrere Energieformen die sich in einander umwandeln können. Um einen tieferen Einblick in die Energieprozesse des Skateschuhs gewinnen zu können, werden die relevanten Energieformen dargestellt:

Bewegungsenergie (kinetische Energie)
Diese Energie gibt es in beliebigen Körpern (z.B. Auto) mit einem bekannten Gewicht (1200 kg) und einer gewissen Geschwindigkeit (100 km/h = 28 m/s). Ein Auto ohne Geschwindigkeit hat keine Bewegungsenergie. Wenn ein Skater 20 km/h schnell ist, ein anderer 40 km/h schnell ist aber gleich schwer wie der erste, dann hat der doppelt so schnelle, viermal mehr Energie als der erste. Diese Energie sorgt zum Beispiel dafür dass ein schnelles Auto nicht einfach stehen bleibt, sondern ausrollt und abgeworfene Steine nicht sofort zu Boden fallen.
Lageenergie
Diese Energie hat jeder Körper, der höher gelegen ist als ein Normal-Null-Niveau. In unserem Fall ist das nicht das Fallen, sondern das Herunterrollen von einem Berg, das uns diese Energie beschert. Wenn zwei Skater einen Berg herunterfahren, der eine Skater auf 20 m Höhe, der andere auf 40 m. Dann ist der zweite um 41 % schneller als der erste.

Verluste und Umwandlungen

Beließe es die Umwelt nur bei den oberen Naturgesetzen, dann wären wir alle viel schneller unterwegs. Und wenn wir einen 200 m hohen Berg herabfahren, dann hätten wir immer noch so viel Schwung, einen anderen Berg in weiter Entfernung, wieder 200 m hochzufahren.

Rollreibung
Als offensichtlichen Energieschlucker, stehen erst einmal die Räder der Inline-Skates im Rampenlicht. Das sinnvolle Räder für Inliner aus Gummi bestehen ist das wohl einzig Wahre. Vollgummiräder haben die kleinste Rollreibung mit dem Asphalt - im Vergleich zu luftgefüllten Reifen, die es für Skates gar nicht gibt, und Kunststoffrädern, die so schlecht sind, dass man Buckel runter gasgeben muss um voranzukommen. Bei Skate-Rollen wird immer die Härte angegeben, z.B. 78A - 82A. Je härter die Rollen sind, desto weniger Rollwiderstand sollten sie auf der Fahrbahn erfahren. Weichere kleben in der Kurve besser auf die Strasse, fahren sich dafür aber schneller ab, als härtere.
Luftwiderstand
Der Spielverderber der Geschwindigkeit ist der Luftwiderstand. Je schneller man fährt, desto mehr Luftwiderstand setzt sich einem entgegen. Doppelt so schnell gefahren, ist leider vierfach gepumpt. Aber genau wegen dem Luftwiderstand können Inline-Skates unter Umständen viel schneller als Fahrräder sein. Wer einen Hang herunterfährt und sich bis auf die Knie bückt, kann es live erleben.
Lagerreibung
Im Innenleben der Räder befinden sich die Kugellager (engl. bearings). Sie ermöglichen die Drehung der Räder, selbst unter dem hohen Körpergewicht des Fahrers. Verschiedene Arten von Lager und verschiedene Hersteller machen den Markt sehr komplex. Man muss einen Kompromiss zwischen robusten (ABEC 1) und schnellen (ABEC 9) Lagern treffen. Bei begrenztem Budget gibt es zwei Möglichkeiten. Teure Lager selten kaufen, oder schlechte Lager öfters austauschen. Je nach Verschleiß und Qualität kann sich das Eine oder das Andere auszahlen.
Schuhreibung
Sogar das Innenleben und das Material der Schuhe, verbraten wertvolle Energie in Wärme die unsere Socken zum Schwitzen bringen. Harte Schuhe sind unbequem, aber schnell. Selbst dickerere Socken wirken sich negativ auf die Kraftumsetzung aus und bremsen, wenn auch im ersten Moment unmerklich.
Kurvenreibung
Die Kurvenreibung, die auftritt wenn man stark nach links oder rechts lenkt, ist nicht außer Acht zu lassen, aber eigentlich steckt in der Kurvenreibung die wichtigste Verbesserungsmöglichkeit zum guten Skaten. Denn man verzieht den Inlineschuh vor dem Abstoßen immer ein wenig, was einen hohen Reibungsverlust ausmacht. Skates mit fünf Rollen sind wegen ihrer besseren Spurtreue um ca. 30% schneller.

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